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Stuttgart, den 23.11.2016

 

Veranstaltung

 

Am Mittwoch, den 23.11.2016 findet die Mitgliederversammlung 2016 in der Weinstube Mögle in Stuttgart-Feuerbach statt. Beginn ist um 19.00 Uhr.

 

Hier finden Sie die genauen Details zur Mitgliederversammlung.

 

Beste Grüße

 

Ihr Pro-Tauschwald-Team

 


 

 

Stuttgart, den 30. Mai 2016

 

Veranstaltung

 

Nachdem die Regionalversammlung des Regionalverbandes Stuttgart den Tauschwald als Vorranggebiet für Windkraft abgelehnt hat, hat der Verein Pro Tauschwald e.V. dem Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart, Herrn Fritz Kuhn, die Unterstützung für die urbane Energiewende zugesagt. 

Aus diesem Anlass findet am Donnerstag, den 9. Juni 2016 eine gemeinsame Veranstaltung mit den Stadtwerken und dem Umweltamt der Stadt Stuttgart statt. Wir möchten Sie hierzu sehr herzlich einladen.

 

Hier finden Sie die genauen Details zum Veranstaltungstermin.

 

Beste Grüße

 

Ihr Pro-Tauschwald-Team

 


 

Stuttgart, den 3. September 2015

 

Beitrag von M. Heilmann

 

Bitte klicken Sie auf Tausche Wald gegen windige Energie, damit der Text in Ihrem Browser geöffnet wird. 

 


 

Stuttgart, den 25.August 2015

 

Beitrag von Dr. Reinhard Löffler

 

Die neuen Leiden des Juchtenkäfers Karl

Um Juchtenkäfer Karl ist es still geworden. Früher war er die Ikone der Grünen im Widerstand gegen S 21. Karl wohnte hinter einer Baumrinde einer Platane im Oberen Schlossgarten. Ein umtriebiges Völkchen von Parkbesetzern erhellte mit nächtlichen Lagerfeuern sein Zuhause. Zugegeben, es war lärmig und laut. Karl ärgerte sich, weil sich die Menschen in den Baumkronen seiner Behausung tummelten und sich an die Baumstämme ketteten. Aber Juchtenkäfer Karl war eine Berühmtheit, hochgeschätzt und verehrt wie eine heilige Kuh in Indien.

Sein Baum wurde zersägt. Fein säuberlich nummeriert liegen jetzt die Baumstämme am Rande des Steinsträßles in einem Natur- und Landschaftsschutzgebiet im Tauschwald bei Feuerbach. Die neue Wohnumgebung ist für Juchtenkäfer Karl ein Paradies.  Die Parkschützer lassen Karl heute in Ruhe. Wanderer kommen von der Hohen Wart, durchqueren malerische Kleingärten, vorbei an der Burg Dischingen in das idyllische Lindental nach Bergheim oder zum Schloss Solitude. Der Tauschwald ist einer der schönsten Naturlandschaften, die Stuttgart zu bieten hat. Juchtenkäfer Karl teilt sein neues Zuhause mit seltenen Greifvögeln, Rebhühnern, Fledermäusen, Kröten und anderen Wildtieren.

Mit der Ruhe könnte es bald vorbei sein. Neben dem Steinsträßle im Tauschwald wollen ideologische Vordenker zwei Windräder bauen, so hoch wie der Fernsehturm. Wald soll gerodet und 2.000 Bäume abgeholzt werden, klagt die Bürgerinitiative Pro Tauschwald. Sie befürchtet, dass die Anlagen Schlagschatten, Infraschall und einen Lärm verursachen, der so laut sei wie eine Kreissäge, weil sich die Rotorenden mit 290 km/h drehen würden. Die künftige Betreiberin der Windräder, die Stadtwerke Stuttgart, wiegelt ab. Die Gutmenschen sprechen zwar von Transparenz, Bürgernähe und Dialog aber nicht von Aufklärung.

Den Anwohner in Wolfbusch, Feuerbach und Botnang erklären die Grünen, die Energiewende fordere ihren Preis, alles sei rechtlich in Ordnung. Betriebswirtschaftlich sind die Windräder nicht darstellbar, es weht zu wenig Wind. Dennoch, die Bürger können sich genossenschaftlich am Windpark beteiligen. Mit Speck fängt man die Mäuse. Um das Waldheim im Feuerbacher Tal, in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts gebaut, ist es eh nicht schade. Die Bussarde werden in den Glemswald vergrämt, Kröten und Rebhühner werden umgesiedelt. Den Fledermäusen könnte wegen des Schalls der Rotoren die Lunge platzen. Opfer müssen gebracht werden für die erneuerbare Energie. Mit jährlich 14.300 Megawattstunden sollen 5.000 Haushalte versorgt werden.

Das Steinsträssle, eine alte Römerstraße, wird als Zufahrtsweg breit überbaut, um die Anfahrt von Schwerlastwagen und eines Gigakrans an die Baustelle zu ermöglichen. Kaiser Vespasian ließ in seiner Regierungszeit von 69 bis 79 n.Chr. diese Militärstraße bauen, weil die Truppen der 8. Legion aus Straßburg in das Kastell nach Cannstatt verlegt wurden. Sie erschloss als Consularstraße Straßburg-Pforzheim-Cannstatt an die bereits bestehende Verbindung Mainz-Augsburg und war die wichtigste Verkehrsader zur römischen Zeit nördlich der Alpen. Das Steinsträßle ist vielleicht die besterhaltende Römerstraße, die wir in Deutschland noch haben. Die Consularstraße ermöglichte rasche Truppenbewegungen, den Transport kriegswichtiger Güter und die Verteilung von Wirtschaftsgütern im damaligen Reich. Die römischen Straßenbauingenieure haben diese Straße mit mehreren Schichten Kies und Schotter unterfüttert und mit flachen Steinen abgedeckt,  die als wassergebundene Decke dienten. Eine Meisterleistung der Ingenieurkunst und noch heute erkennbar. In den steileren Abschnitten finden sich in Radabständen Steinblanken, die als Stütze für die Ochsenkarren dienten. Längs der Straße liegen Meilensteine zur Orientierung und Artefakte überall am Wegrand. Bereits 1772 hat Herzog Carl Eugen das Steinsträßle erforschen und kartieren lassen. Wer braucht heute noch eine alte Römerstraße?

Das Steinsträßle wurde bis weit in das Mittelalter als Handelsweg genutzt. Die Raubritter der Burg Dischingen trieben dort ihr Unwesen und haben im 12. Jahrhundert manchem ehrbaren Kaufmann Wegzoll abgenommen. Die Burg soll 1311 abgebrannt sein. Erst 1950 wurden ihre Grundmauern wiederentdeckt und freigelegt. Ein wildromantisches Ensemble in der Nachbarschaft von Juchtenkäfer Karl. Vieles liegt noch unerforscht in der Erde.

Das römische Steinsträßle ist zwar ein Kulturdenkmal und nach unserer Landesverfassung auch geschützt. Aber sie steht einfach der Energiewende im Weg. In Mossul und Palmyra haben religiöse Fanatiker noch ältere Kulturdenkmäler zerstört. Die Welt war empört. Eine alte römische Heeresstrasse ist dagegen doch wirklich nichts Besonderes.

Juchtenkäfer Karl bangt um sein Domizil. Die Grünen lieben ihn nicht mehr. Der Käfer hat seine Schuldigkeit getan, der Käfer kann gehen. Die CDU ist für Windräder, da wo Wind weht, aber in 2000m Abstand von menschlichen Ansiedlungen. Windräder im Tauschwald kommen für die CDU nicht in Frage. Aufatmen kann Juchtenkäfer Karl noch nicht, aber er schöpft Hoffnung. Rettet den Tauschwald.